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Donnerstag, Oktober 11, 2007

Projektnotizen - Konzept Site-Relaunch Institut für Informationsarchitektur(IIA)

Das Institut für Informationsarchitektur(IIA) beauftragte mich überraschend während einer der vergangenen EURO IA Konferenzen damit, ein Konzept für einen Relaunch der globalen Institut-Webseite auszuarbeiten. Ziel des Projektes war es, die neue Internetseite mehr auf den Business Scope des IIA und eine stärkere Mitglieder-Service-Orientierung auszurichten.

Ich freute mich über das Vertrauen denn ein Projekt mit vielen internationalen Informationsarchitekten(15 Sprachen) als Haupt-Zielgruppe wäre einmal etwas ganz anderes. Wieder zurück in Deutschland wurde mir langsam klar, dass dies auch eine ganz schöne Herausforderung werden würde - zumal die Erwartungshaltung an einen neuen Webauftritt seitens der Mitglieder(alles Informationsarchitekten) sehr hoch ist. Eine gute Lösung für die mehrsprachige, globale Ausrichtung zu finden war als nur ein Aspekt, der das Projekt spannend machte (Siehe dazu auch: Vortrag zu "globaler IA"- von Peter Van Dijck).

Ein Projektergebnis mit hoher Kundenzufriedenheit

Um es kurz vorweg zu nehmen - wir haben es (einige Monate später) erfreulicherweise mit dem Relaunch geschafft, eine neue digitale Lösung zu entwickeln, welche die Interessen des Instituts mit denen seiner Mitglieder wieder stärker zusammen bringt (Ergebnis: Hohe Kundenzufriedenheit). Die Website muss nun jedoch kontinuierlich weiterentwickelt werden, um den Servicegedanken weiter zu leben - dies ist ein wichtiger Teil des Konzepts (die Roadmap). Ich selbst kann sagen, das mir die Arbeit mit allen Beteiligten auch sehr viel Spass gemacht!

Wie war der Projekt-Verlauf?

Es heißt so schön "Der Weg ist das Ziel - in diesem Fall wurden hauptsächlich die folgenden klassischen IA-Lösungs-Methoden(in Iterationen) eingesetzt, um die Kommunikation aller Stakeholder optimal zu unterstützen:

  • Interviews - Mit Interviews wurden die User Requirements gesammelt, welche in einer Mindmap geclustert und ausgewertet wurden
  • Content Inventory - Im Rahmen der Content Inventory wurden alle in der Struktur befindlichen Inhalte erfasst. Die Content Owner und Content Quellen darin gaben uns ein gutes Gefühl, wer für die bisherigen Inhalte verantwortlich war.
  • Use Cases - In einem Use Case Diagramm und in Use Case Schablonen wurden die Haupt-Anwendungsfällte in einer mittleren Granularität beschrieben.
  • Global Mental Model - Das Global Mental Model (Beschreibung in Teil I) wurde als Kommunikationsmittel zwischen allen Stakeholdern verwendet, um die Business Ziele des Instituts mit den Anwenderanforderungen abzugleichen und ein gemeinsames Commitment für das Konzept zu erreichen.
  • Sitemap - Eine erste Sitemap bildete den Ist-Zustand(Ziel: Erkennung von Content Patterns) ab. Aus der Erfahrung aller im Vorlauf entwickelten Deliverables wurde eine neue Sitemap mit einer optimierten Navigationsstruktur entwickelt. Wichtig war dabei die Unterstützung des Mentalen Modells der Institut-Mitglieder.
  • Wireframes - Die Wireframes trugen vor allem zur iterativen Optimierung der User Scenarien bei(ca. 2-3 Runden pro Wireframe). Ich überlegte mir gemeinsam mit allen Projekt-Verantwortlichen die möglichen "Interaktiven Storys" die pro Anwendungsfall notwendig sein würden.
  • Roadmap - Die Roadmap unterstützt die Weiterentwicklung der Webseite und richtet diese in Zukunft optimal am Geschäftsmodell des IIA aus. Ich gehe auf diese in einem weiteren Blog-Post bei Bedarf noch näher ein.
Herausforderungen
  • Entwicklung der Globalen Navigation - Die Entwicklung einer Navigation, welche dem Verständnis der weltweiten Mitglieder über die Leistungen des Instituts entsprechen soll, war sicherlich eine der großen Herausforderungen. Mir war früh klar, dass dies nur ein interessanter Mix aus Top-Down und Bottom-Up-Strukturierung lösen könnte, denn eine Anpassungsmöglichkeit der Struktur an lokale Bedürfnisse würden hier erfolgsentscheidend sein.
    Die Anforderungs-Cluster aus den Interviews und die Bottom-up-Denkweise einiger europäischer Local Groups trugen hier sehr zur Lösungsfindung bei.
  • Virtuelles Zusammenarbeiten - Abgesehen von einigen Meetings auf Konferenzen wurde das Konzept rein in regelmäßigen Telefonmeetings und per Mail diskutiert. Das Taskmanagement-System Basecamp half uns zusätzlich, die Dokumente workflow-orientiert zu verwalten.
  • Das richtige Content-Mass finden - Eine Ursache für den strukturellen Wildwuchs bei der alten Website war eine fehlende Guideline die beschreiben sollte, wieviel Content die Navigationsstruktur in einer jeweiligen Sprache abbilden sollte und wann ein Verweis auf den Haupt-Auftritt(die englische Website) erfolgen sollte. Die Lösung war einen Content Guide für alle Sprach-Representanten, der diese bei ihrer Einschätzung unterstützt, wieviel Inhaltsstruktur für ihre Sprache notwendig ist.
Learnings
  • Storytelling - Eine Website erzählt immer auch eine "Interaktions-Geschichte" für den Anwender. Solch eine Geschichte kann z.B. lauten: "Ich möchte mein Netzwerk erweitern" Wichtig ist, dass wir diese Geschichten aus Sicht der Anwender erzählen und beschreiben. Je verständlicher wir diesem "Story" für den Anwender in unseren Wireframes lösen, desto höher ist deren Akzeptanz der Website(Indikator dafür z.B.: Die Conversion Rate).
  • Ziel-Fokusierung - Früh daran zu denken, was die Hauptziele einer Website sind(z.B. Networking) hilft während des Projektes bei den Entscheidungen, wie weit das Konzept in Einzelfällen gehen muss.
  • Optimaler Mix der Dokumente - Trotz der hier hauptsächlich klassisch verwendeten IA-Methoden halfen uns auch abstrakte Methoden, wie das Global Mental Model, damit sich die Stakeholder gemeinsam auf das Konzept einigen konnten. Wichtig bei solchen abstrakten Modellen ist jedoch, dass alle Team-Mitglieder auch auf solch abstrakter Denkweise kommunizieren können. Falls dies nicht der Fall ist, sind konkrete Dokumente(Wireframes, etc.) vorzuziehen.
Hast du Erfahrung mit der Entwicklung von globalen Informationsarchitekturen? Es würde mich sehr interessieren.

Montag, September 10, 2007

IA Tool development - challanges for new notations (E)

(Image: IA Tool Development, Spirit Link)

At Spirit Link we recently developed a new version of our IA Tools for research, analysis and concept documentation. The goal was to develop a first tool version that supports the project process throughout all phases. It was my pleasure to lead the tool development after a evaluation process (in phase 1) which helped us to decide about the appropriate tool itself and the tool requirements for this version V1.0.

In the IA community you can listen and read a lot of tool discussions since a while. It is strongly requested that we develop and use new tools and notations that are up to date for our daily challenges. The reasons are obvious:
  • Evolving technologies like AJAX and RIAs challenge us and the documents we communicate with all stakeholders
  • The growing need to simulate the digital solution way before the development phase
  • A drive for efficiency and rapid development
So what are the next steps regarding IA Tool developments for upcoming versions?
  • Visualisation of the user scenarios(use cases) to communicate them with stakeholders
  • Documentation of the different status/views of a dynamic system
  • Simulation of the user-system interaction
  • Support rapid development
  • Dokumentation of the data
What challenges with IA tools do you face in your daily life? Please, give me your feedback

Donnerstag, Juli 05, 2007

IA Methode - Infoflow Chart (D)

(Bild-Quelle: Infoflow Wolf H. Nöding, Spirit Link)

Was ist ein Infoflow Chart?
Ein Diagramm das auf detaliertem Level die "Informationsflüsse" und Interaktionen eines Anwenders mit einer Applikation abbildet. Folgende Informationen werden abgebildet:
  • A/B-Zielgruppe
  • Das User Interface (mit Interaktionen) jedes einzelnen Screens
  • Screenübergreifende Interaktionen
  • Entscheidungspunkte, System-Entscheidungen, etc.
  • Warnmeldungen und Dialogfenster
  • Nachrichten(z.B. Mails/SMS) aus dem System
  • Verbindungen zu externen Systemen
  • Anwendungsfälle(Use Cases) über alle Applikations-Screens verlaufend (ein-/auszublende über Layer)
Durch die Dokumentation im PDF-Format wird eine Simulation(interaktiver Prototpy) der späteren Lösung sehr gut unterstützt. Diese Präsentations-Kombinationen sind möglich:
  • Abstrakter Workflow
  • Use Case Diagramm
  • Infoflow mit ein-/ausschaltbaren Anwendungswegen(Pfade) über die Applikation
  • Verlinkung der Wireframes aus dem Infoflow
  • Zoomfunktion von Infoflow-Totale in einzelne Wireframes
  • Interaktiver Infoflow (bei RIAs, etc.) mit Verlinkung zu Use Cases
Welchen Nutzen hat es?
In einem iterativen Projektprozess trägt diese Dokumentation als Teil der Spezifikation zum kontinuierlichen "Feintuning" der Lösung bei. Die Detailierung (narrativ - die Zoomfunktion und der Use Szenario-Layeraufbau der Dokumente ermöglicht multible Betrachtungs- und Kommunikationsformen) unterstützt in hohem Maße die Kommunikation mit allen Stakeholdern. Bei Kunden und Zielgruppe steigt die Motivation mittels einem großen Infoflow die Lösung zu kommunizieren und zu optimieren.
Als interaktiver Prototyp (Infoflow+Wireframes) kann dieser auch Grundlage zur optimalen Vorbereitung und Durchführung von Usability Tests sein. Zukünftig werden solche Dokumentations-Formen genutzt, um die Konzeption von komplexen Systemen wie RIAs zu unterstützen.

Dienstag, Juli 03, 2007

IA Methode - Facetten(Facets) (D)

(Bild-Quelle: Searchtools, swed)

>> Hören Sie den Podcast über Facetten Klassifizierung bei IA Voice

Was
sind Facetten(Facets)?
Eine Klassifizierungsmethode, welche Werte für eine Gruppe sich gegenseitige ausschließender Kategorien (oder Facets)festsetzt und diese zu einem spezifischen Inhalt(-element) in einer Gruppe von ähnlichen Objekten zuordnet. Für eine Gebrauchtwagen-Liste würden solche Facetten (Kategorien) z.B. den Preis, die Farbe, Fabrikat, Modell, Baujahr, Kilometerstand und Standort beinhalten.

Welchen Nutzen hat es?
Facets (oder Facetten) erlauben eine flexiblere Einordung und Orientierung – statt über einen bestehenden/fixen Pfad zu einem bestimmten Inhalt zu gelangen (wie bei einer Taxonomie/systematische Klassifizierung) können Nutzer Facets durchsuchen, die für sie von Bedeutung sind. Facets werden auch häufig benutzt, um eine Suchanfrage zu verfeinern.

Links:
- Searchtools
-
swed

Donnerstag, Juni 28, 2007

IA Methode - Sitemap (D)

(Bild-Quelle: Thunkdesign, Fatow)

Was ist eine Sitemap?
Ein Diagramm, welches den Überblick über die allgemeine Seitenstruktur und den Zusammenhang von Inhaltselementen gibt. Anstatt jede einzelne Seite aufzulisten kann es bei großen Sites s.g. Organisationsmuster(Pattern) wiedergeben, welche in vergleichbaren Bereichen angewandt werden.

Welchen Nutzen hat es?
Die Website-Struktur wird dokumentiert, um sicherzustellen, dass der gesamte Inhalt ausgewiesen wird. Es ist die Grundlage für das Navigations-Design, den Seitenindex und die Inhaltsübernahme. Eine Sitemap eignet sich speziell für hierarchische Organisationen, sie ist jedoch weniger geeignet als Anzeige von extrem großen Sites, Facets oder Tags.

Links:
- Thunkdesign
- Fatow
- Juxtaprose
- Cybergeography

IA Methode - Swimlane (D)

(Bild-Quelle: Swimmlane.info, Sycat)

Was ist versteht man unter Swimlane?
Ein Diagramm, welches parallel die Abläufe für den Anwender, das Unternehmen, das System und weitere kontext-relevante Kriterien beschreibt. Es kann zusätzlich auch eine Storyboard-Zeitlinie eingeführt sein. Beschrieben werden die Haupt-Arbeitsschritte in einem jeweiligen Anwendungsfall, welche wiederum Grundlage für beispielsweise detailliertere Use Cases sind.

Welchen Nutzen hat es?
Es stellt die Integration der Anwendungsfälle mit dem Geschäftsprozess und den technischen Anforderungen sicher. Dadurch entsteht eine Übersicht aller im Kontext der späteren Lösung stehenden Komponenten in einem Dokument. Diese ermöglicht die Betrachtung der Bestandteile eines spezifischen Prozesses, getrennt nach Verantwortung und Delegationen.

Links:
- Swimlane
- Sycat

Mittwoch, Juni 27, 2007

IA Methode - Flowchart/Process Flow (D)

(Bild-Quelle: Wolf H. Nöding Spirit Link, Mezzoblue)

Was ist ein Flowchart/Process Flow?

Darstellung eines abstrakten Ablaufdiagramms (Flow Chart) für ein Informationssystem. Die Grundelemente der Beschreibung sind die Operation(Process), Entscheidung, Dokument, Data, Start/Stop, Unterprogramm. Vier unterschiedliche Arten von Flow Charts haben sich im Rahmen der Prozess Analyse etabliert:
  • Top-Down Flow Chart
  • Detaillierter Flow Chart
  • Workflow Diagramm
  • Development Chart
Informationsarchitekten nutzen Flow Charts in der frühen Entwicklung für Prozessfluss Analyse, Conceptual Models und Screen Flows.

Welchen Nutzen hat es?

Es unterstützt die Kommunikation, speziell das gemeinsame Verständnis, über ein Projekt oder ein Prozess zwischen allen Stakeholdern. Sie eignen sich sehr gut zur Dokumentation von Prozessen und oft nützlich beim Verständnis, wie unterschiedliche Schritte eines Prozesses zusammenarbeiten.
Die konzeptionellen Modelle und Screen Flows, auf welche man sich geeinigt hat, sind Grundlage für die Beschreibung der Anwendungsfälle(Use Cases).

Sonntag, Juni 24, 2007

IA Methode - Use Cases (D)

(Bild-Quelle: IBM Developers, IAI concept Wolf H. Nöding)

Was ist ein Use Case?

Die Definition eines Anwendungsfalls(Use Case Diagramm, Use Case Schablone) zwischen dem Anwender (User) und dem System. Im Hauptteil des Use Case wird in einem "typischen Szenario" die Interaktion beschrieben, welche zwischen dem Akteur und System abläuft, um ein bestimmtes Ziel (User/Business goal) zu erreichen. Ein Use Case wird in folgenden Informationen strukturiert: UC Name, Ziel, Akteur(e), Systemkontext, Abstraktions-Level, Auslöser, Vorbedingungen, Ergebnis, Notizen, das typische Interaktions-Szenario (zw. Anwender und System), Ausnahmen.

Welchen Nutzen hat es?

Bestandteil einer System-Spezifikation, mit welcher die Interaktion des Anwenders mit dem System, in unterschiedlicher Granularität, dokumentiert wird. Use Cases unterstützen als
Kommunikations-Grundlage die Abstimmungs-Prozesse zwischen den unterschiedlichen Projekt-Stakeholdern(Kunde, User, Inhouse Team, Entwickler, ...).

Links:
- Wikipedia
- IBM Developers

Freitag, Juni 22, 2007

IA Methode - Wireframe (D)

(Bild-Quelle: Donna Maurer, Wolf H. Nöding)

Was ist ein Wireframe?

Ein Wireframe beschreibt/dokumentiert das User Interface (UI) einer Informationsplattform. Beschrieben werden die Elemente und Verhalten auf jedem Screen (der Schnittstelle zwischen dem Anwender und dem System). Der Fokus liegt dabei auf der Navigation, Informations-Strukturierung, der Interaktionsform und dem (zielgruppenspezifischen) Wording.

Welchen Nutzen hat es?

Darstellung der Informations(strukturierungs)-Anforderungen an einzelne Webseiten oder Seitenvorlagen, um die Lösung mit Projekt-Beteiligten (Kunden, Zielgruppe, Inhouse-Team) zu kommunizieren. Wireframes werden auch als (Papier-)Prototypen in Usability-Tests und als Dokumentations-Mittel in der Spezifikation der Lösung verwendet. Verhindert werden dadurch voreilige Gespräche über das Interface-Design (z.B. die Farbe, Visuals, Logo...) und richtet die Diskussion auf korrekte und vollständige Inhalte und Funktionalität.

Links:
- The interaction designer's coffee break
- URLGREYHOT
- Smartdraw
- Axure
- Fireworks

Mittwoch, Juni 20, 2007

IA Methode - Mental Model (D)

(Bild-Quelle: Indi Young, Adaptive Path)

-> Interview mit Indi Young(Erfinderin der hier gezeigten Mental Models Methode) bei IA Voice

Was ist ein Mental Model?

Ein Diagramm zur "User-Task-Analyse". Die in Workshops oder in Zielgruppen-Analyse ermittelten Anwender-Tätigkeiten werden in getrennte Aufgaben(Tasks) einteilt, diese in Säulen anordnet und dann dieselben Säulen genutzt, um die Produkteigenschaften, die Funktionen, und den Inhalt abzugleichen, welcher die Aufgaben und Tätigkeiten wiederum unterstützt. Es können zusätzlich auch Geschäftsziele abglichen werden.

Welchen Nutzen hat es?

Es weist auf Lücken in der Analyse hin (Gap Analysis), hilft mögliche (Produkt-)Opportunities zu ermitteln und hilft eine nach User-Task orientierte Informationsarchitektur zu entwickeln. Zusätzlich dient es als Roadmap und dokumentiert User-Requirements (zukünftige Eigenschaften und Inhalte) im Kontext der Business-Goals.

Link: Rosenfeld Media - Mental Models, Aligning design stragtegy with human behavior

Dienstag, Mai 29, 2007

IA Methode - User Requirements Analyse (D)

(Bild-Quelle: Wolf H. Nöding)

Was sind User Requirements?
Sammlung der Anwender-Anforderungen(User Requirements) an eine geplante/bestehende (IT-)Lösung, welche (wie Business Requirements) unter den gegebenen Business Goals analysiert werden. Sie können mit folgenden Methoden/Werkzeugen ermittelt werden:
  • Task Analysis
  • Mental Model
  • Field Study
  • Direkte Befragung
  • Interviews
  • Personas
  • Scenarios of use
  • Use Cases
  • Conceptual Design
  • Mock-ups
  • Usability Testing
  • Beobachtung von Individuen und Gruppen
  • Analyse von Sekundärmaterialien(Search Logs, etc.)
  • Mental Model
Eine direkte Analyse der representativen Zielgruppe ist erforderlich für eine qualitative Auswertung. User Requirements sind eine zentrale Komponente beim Entwurf von konkreten Informationsarchitekturen.

Welchen Nutzen hat es?
Die Dokumentation der spezifischen inhaltlichen und funktionalen Anforderungen aller Anwender-Gruppen welche im gegebenen Anwendungsbereich arbeiten und Aufgaben erfüllen.

Donnerstag, Mai 17, 2007

IA Methode - Prozessfluss Analyse(Process Flow) (D)

(Bild-Quelle: Jon Kolko)

Was ist eine Prozessfluss Analyse(Process Flow)?

Ein Diagramm, um einen Prozess(oder Workflow, Arbeitsablauf) darzustellen, welcher Bedingungen, Ablaufs-Verzweigungen und Logik beinhaltet. Es konzentriert sich auf die Definition des möglichen Nutzerverhaltens und der entsprechenden Geschäftsprinzipien.

Welchen Nutzen hat es?
Ein Prozessfluss-(Workflow-)Diagramm dokumentiert wie eine Person das System verwenden kann, um verschiedene Aufgaben zu erledigen. Es stellt sicher, dass "Fehler"-Situationen und alternative Arbeitsabläufe berücksichtigt werden.

Mittwoch, Mai 16, 2007

IA Methode - Usability Testing (D)

(Bild-Quelle: eGov@USDA, blinkinteractive)

Was ist ein Usability Testing?

Usability Testings werden mit echten Anwendern durchgeführt, um einen Prototypen oder ein Produktions-System zu testen. Normalerweise werden diese 1-zu-1, mit jeweils einem Probanden und einem Moderator, durchgeführt. Die Probanden "denken laut" während sie Aufgaben zu typischen Anwendungsfällen erledigen. Gewöhnlich werden 5-10 Teilnehmer pro Nutzersegment getestet.

Welchen Nutzen hat es?

Ziel dieser Methode ist es, zu verstehen was
(bei einem Informations-System/-Produkt) funktioniert und was nicht. Es wird häufig in die iterative Entwicklung integriert, um das Produkt mit jedem Entwicklungszyklus kontinuierlich optimieren zu können. Es eignet sich hervorragend um spezifische Interface-Probleme, einschließlich des Layouts, dem Wording und der Interaktion, zu ermitteln.
...................................

Usability Testings - die wichtigsten Verfahren
(teilweise abweichend von oben beschriebener Vorgehensbeschreibung):
  • Protokolliertes Lautes Denken
  • Eye Tracking
  • Constructive Interaktion
  • Field Observation Testing
  • Remote Testing

Dienstag, Mai 15, 2007

IA Methode - Personas (D)

(Bild-Quelle: Wolf H. Nöding Spirit Link, Human-Computer Interaction)

Was sind Personas?

Ein konstruierter Prototyp/ Charakter einer speziellen Anwender-Spezies (bei der Mensch-Computer Interaktion). Die Beschreibung beinhaltet einen Namen, Bild, Anwender- Kurzbeschreibung und andere Informationen mit einem Fokus auf die Ziele, Motivation und Verhalten des Anwenders. Basierend auf einer Zielgruppen-Analyse werden Personas häufig mit repräsentativen Szenarios kombiniert.

Welchen Nutzen hat es?

Ermöglicht gutes Einfühlungsvermögen für den spezifischen Anwender und vermeidet gleichzeitig die Gefahr eigennützigen Designs. Der Fokus wird auf das Erreichen der spezifischen Ziele gerichtet und ermöglicht dadurch später dem Produkt, viele Personen (mit dem selben Ziel) zu unterstützen, unabhängig davon ob sie ein bestimmtes Marktsegment abdecken.

Donnerstag, April 05, 2007

IA Summit - Key Session - Project Touchstones (E)

(image: sticky room, infinity diagrams, Jesss McMullin)
Jess McMullin was talking during his presentation "Project Touchstones" at the IA Summit about efficient methods that focus on the value for both Business(Return on Investment) and Users(Return on Experience). To me his methods sounded very usefull to synchronise the different views of stakeholders of a project(client side and agency side). This particular points, if not solved correctly, can easily eat up a tremendous part of the project budget.

He recommends the following approach:
  • Get the right people in the room, work together to create artifacts and models that let them articulate business needs.
  • Peel Back the layers
  • Start Small: Partner, Pilot, Publicize
From my point of view (To several of the situations that Jess mentions in his talk I find parallels to my daily teamwork again) I would say the following are well worth to consider to optimise your work relationships with clients and your inhouse teams:
  • The opportunity we have as user experience practitioners to become a Peer with Business
  • User Centered Designers Understand, Solve, Evaluate and Refine Things to get the right solution(Through Iteration) - great but not very sufficient.
  • We have to understand what creates the Value in our projects!
  • Value Centered Design: Business Goals and Context and Human Goals and Context
  • Business Centered Design: 1. Using design methods and tools to understand business needs 2. Beyond the run-of-the-mill business discovery 3. One half of value-centered design 4. Beginning of becoming a business peer.
  • 2 Ways to think about Deliverables: a) Deliverables That Define Solutions(Review & Approve) - always Prower Imbalance, b) Deliverables That Define Problems (Read: Arias and Fischer 2000: "Fundamental challenges facing communities of interest are found in building a shared understanding of the task at hand")...
  • Delivelables that define Problems Together help us to become a Peer in Practice
  • Building a bridge to overcome different viewpoints
  • Deliverables that define problems together
  • Define Problems together(e.g. Infinity diagramms from interview transscripts): One of the keys to becoming the Peer with Business
  • Principles: 1. Codesign 2. Simple 3. Concrete 4. Flexible 5. Evidence-Based 6. Surface Agendas
  • ...
  • The whole speach will soon be in the IA Voice Podcast...
View his presentation here:

Donnerstag, März 29, 2007

IA Summit - Key Session - IA in the design process (E)

"Where does IA fit in the design process" was one session I'd label as an important "key session of the IA Summit 2007" because understanding this subject means a great impact in our daily user centered design life. It's interesting to notice that also in many other companies and agencies the concerning of IA in context of the design process seems quite modern. The presentations were held by Moderator: Peter Boersma. Panellists: Larisa Warnke, Peter Merholz, Livia Labate, Leisa Reichelt and Josh Seiden and their discussion topics were about...
  • IA deliverables,
  • IAs in the design team,
  • IAs in interdisziplinary teams,
  • comunication of IA processes to newbies and
  • how to improve design processes.
Here are the summaries that I took out of this panel session:
Lisa Reichelt - "Waterfall is bad - washing machine is good"



Livia Labate - "Balance user needs and business goals to conceive solutions which enable positive experience"
Peter Boersma - panel Moderator for following questions:
  • What is a design process?
  • Who needs a design process?
  • When should IAs be part of the design process?
  • Where do you keep your design process?
  • How do you communicate a design process?
  • Why should you create a design process?
Larisa Warnke - "Pictures of my process - 4 phases and 9 Disciplines"
Josh Seiden - "Process...is never the goal, ...makes our work visible, ...driven by project parameters and goals"
Peter Merholz

Donnerstag, Februar 15, 2007

IA Jobs - im englischsprachigen Raum geht einiges

Ich bin beim lesen meines IA Magazins bei Pageflakes gerade drüber gestolpert. Jobsuchende Informationsarchitekten finden bei Boxes and Arrows eine gut gepflegte Liste an Stellenangeboten mit beispielsweise folgenden Schwerpunkten:
  • Interaction Designer
  • Usability Engineer
  • Creative Director
  • Information Architect/Business Analyst
  • Senior User Interface Designer
  • Manager User Experience
  • User Experience Lead
  • Senior Level UCD Consultant
  • Senior Information Architect
  • Director of User Experience Group
  • uvm ...
Nachdem einige große Agenturen in Deutschland sich nun auf User Experience als erweitertes strategisches Standbein konzentrieren ist ebenfalls hierzulande etwas Bewegung in den IA-Jobmarkt gekommen. Frage ist, ob es sich dabei noch um klassische "Konzepter"-Jobs mit neuen Titeln handelt, oder bereits um tatsächliche Aufgaben im Arbeitsfeld der Informationsarchitektur.

Wie schätzt ihr die IA-Jobsituation in Deutschland ein? Wo sollten diese IA Jobs zu finden sein?

Dienstag, November 28, 2006

Mental Models - Task orientierte User Segmentierung


(Bildquelle: Rosenfeld Media)
Als IA Consultants suchen wir für die Beratung und gemeinsame Konzeptarbeit mit unseren Kunden in IT-Projekten stets sinnvolle Methoden, um die hohen Ansprüche des User oriented Designs effektiv kommunizieren zu können.
Peter Morville und Louis Rosenfeld(Interviews bei IA Voice) erwähnten bereits die sogenannten Mentalen Modelle in ihrem legendären Buch Information Architecture for the WWW als eine effektive Methode, um User Tasks zu beschreiben und eine Gesamtsicht auf eine Internetanwendung zu liefern. Mir wurde damals als Leser der Beschreibungen rasch bewußt, dass die Entwicklung dieser Mentalen Modelle eine Art Schlüsselfunktion im Tätigkeitsfeld der IA belegen würde. Doch wie würden solche Mentalen Modelle aussehen? Eine spannende Frage!
Um die während einer Zielgruppenanalyse ermittelten Hauptziele der Anwender(an eine jeweilige Applikation) in einem kommunizierbares Diagramm zu bündeln entwickelte ich selbst die unterschiedlichsten Diagrammtypen, welche stets zum Verständnis der Kunden beitragen sollten. Dies geschah jedoch erstaunlicherweise mit sehr unterschiedllichen Ergebnissen, von oft großer Begeisterung(z.B. "Sie haben es für uns absolut auf den Punkt gebracht") bis hin zur teilweisen Verständnislosigkeit. Es ist also sehr wichtig in Bezug auf die unterschiedlichen Kunden, die jeweils angebrachten Methoden und Diagrammtypen zu wählen. Der Thematik der Mental Models widmen sich mittlerweile einige Personen.
Bei einer kleinen Recherche fand ich dazu vielversprechenden Ansätze, welche es sich lohnt zu beobachten:
- Bei Rosenfeld Media entsteht ein Buch mit dem Titel Alignment Diagrams
(Dazu ein aufschlussreicher Feed - siehe Beschreibungen)
- Namahn Solutions bietet Mental Models im Lösungsportfolio an
- Toddwarfel - The Task Analysis Grid
- Die Thematik wurde kürzlich sogar in der Business Week behandlet

Wie steht es um eure Erfahrung mit Mentalen Modellen? Das würde mich sehr interessieren.

Sonntag, August 06, 2006

Kontrollierte Vokabulare - ein IA Kernthema (D)

Bildquelle: Die Image library von Peter Morville zum Buch Ambient Findabiliy.

Die klare und verständliche Kommunikation der teilweise(aus externer Sicht) recht komplexen IA-Thematik fällt uns Informationsarchitekten doch machmal recht schwer. Und wir wundern uns dann vielleicht, warum z.B. die Kundenwelt auf dem Wege der Zusammenarbeit den Bezug zu den überaus hohen Mehrwerten dieses Spezialfeldes verliert. Woran mag dies liegen?
Nun ein Grund dafür ist sicherlich, dass das IA-Feld einen recht hohen Kommunikationsanspruch mit sich bringt. Informationsvisualisierungen oder Methoden-Erklärungen sind eine ganz klare Herausforderung für uns IAs. Ein gutes Beispiel dafür ist beispielsweise ein IA-Kerthema wie die Vermittlung der Mehrwerte der Controlled Vocabularies(oder Kontrollierten Vokabulare).
Ich finde es sehr hilfreich, sich an den Kommunikationsformen von IA-Gurus wie Peter Morville zu orientieren, wie Komplexe Themen wiederum greifbar gemacht werden können. In seinem Buch Ambient Findability(S.53) zeigt Peter sehr schön, und für jeden verständlich, am Beispiel von Google*, welche Kernfunktion ein Kontrolliertes Vokabular beim Auffinden von Informationen haben können und beschreibt dies in einer sehr verständlichen Form. Das Buch wurde aus diesem Grund bereits mehrmals aus den Kreisen der Business Welt(Business Week etc.) dafür gelobt, gut verständliche Business Sprache zu sprechen.
Peter erklärt hier, wie das Suchverhalten bei Informationssuchenden funktioniert. Wer beispielsweise ein Begriff wie Computing bei Google* in die Suchmaschine eingibt, suche wahrschenlich weniger die direkt mit diesem Begriff bezeichneten Dateien(z.B. Computing_02.jpg), sonderm vielmehr die relevandten, damit assozierten Dokumente und Informationen und erwartet ein qualitatives Suchergebniss. Dies widerspiegelt sich für den Suchenden in der Listung der Suchergebnisse. Und genau hier kommt ein Kontrolliertes Vokabular zum tragen. Denn durch die Ranking Algorythmen kann zwar die Relevanz von Dateien festgestellt werden, jedoch besteht wenig Möglichkeit für Software, automatisch "Aboutness"(Assoziierende Informationsbezüge) zu generieren. Dafür werden Menschen(v.a. Informationsarchitekten) benötigt, welche durch die Spezifikation von equivalenten, hierarchischen und assoziativen Verhältnissen unterhalb den Informationen wertvolle Verbindungen herstellen.
Diese Informations-Qualität bekommt einerseits der Anwender in Form von Findability und Accessability spüren und andererseits wird der wirtschaftliche Mehrwert erheblich gesteigert.

* Google - Anmerkung
Wer glaubt, dass Google deshalb gute Suchergebnisse auswirft, weil jeder in der Welt seine Beiträge im Internet mit Metatags versieht, der kennt leider nur die halbe Wahrheit.
In einem Semantischen Netzwerk, welches beispielsweise in einer Knowledge Management Lösung eingesetzt wird, sind assoziative Verbindungen zwischen Dokumenten, Personen-Kontakten, Nachrichten etc. elementare, erfolgsversprechende Faktoren.